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Vessantara

Das weise Herz der Buddhas

Eine Einführung in die buddhistische Bilderwelt

248 Seiten, kartoniert, 11 Farbtafeln, 12 s/w-Illustrationen
ISBN 978-3-929447-07-1
19,50 Euro [D] / 20,10 Euro [A] / sFr 34,80

Presseecho

Kurzbeschreibung

Nicht nur der Buddhismus hat viele Gesichter, sondern auch der Buddha. Über die Jahrtausende entstand eine Vielzahl von Buddha-Bildern, die verschiedene Aspekte der Erleuchtungserfahrung verkörpern. Das weise Herz der Buddhas führt die Leser auf eine Reise in die Welt der zentralsten dieser Gestalten, die sogar Oberhäupter ganzer Buddha-Familien sind. Alle diese Bilder sind reich an äußerer und innerer Symbolik. Der Autor versteht es, den Leserinnen und Lesern diese Welt auf eine gefühlvolle und poetische Art nahezubringen, ohne den Informationsaspekt zu vernachlässigen. Das macht das vorliegende Buch informativ, anschaulich und inspirierend zugleich. Auf diese Weise vermag es eine Ahnung von den tiefen spirituellen Wahrheiten zu vermitteln, die diese Buddha-Figuren verkörpern.
(Mit Schwarz-Weiß-Illustrationen, Farbtafeln, tab. Übersicht, Glossar und Register)

Inhaltsverzeichnis

Dem Buddha begegnen: Bilder und ihre Botschaft

  • Die Ursprünge des Buddhismus
  • Die Entstehung der buddhistischen Visualisation
  • Die positive Wirkung von Visualisation
  • Voraussetzungen für das Üben einer Visualisation

Das Mandala der fünf Buddhas

  • Ins Mandala eintreten
  • Das Berühren der Erde im östlichen Reich
  • Das wunscherfüllende Juwel im Süden
  • Der rote Buddha und die Mudra der Meditation
  • Gekreuzte Donnerkeile und der Buddha der Tat
  • Im Zentrum des Mandalas

Autor(en)

Vessantara ist englischer Buddhist und erfahrener Meditationslehrer, der sich seit vielen Jahren in Theorie und Praxis mit Buddhas und Bodhisattvas beschäftigt. Er ist nicht eindeutig einer buddhistischen Tradition zuzuordnen, da er selbst dem Westlichen Buddhistischen Orden angehört, der verschiedene Traditionen berücksichtigt. Allerdings hat er auch viel persönliche Erfahrung mit der tibetischen Nyingma- und Gelug-Tradition.

Leseprobe

1) ... Wenn Sie Bilder von buddhistischen Mandalas anschauen, gewinnen Sie möglicherweise den Eindruck, Mandalas seien zweidimensional. Doch was auf Thangkas (Rollbildern) und anderen Mandala-Darstellungen zu sehen ist, ist nur ein Schema, ein Grundriß, denn Mandalas sind in Wirklichkeit dreidimensionale Gebilde. Sie stellen die Residenz des betreffenden Buddha dar bzw. der Gestalt, um deren Mandala es sich handelt. Das Bild eines Mandalas ähnelt dem Grundriß eines imposanten Hauses samt Grundstück und Einfriedung. Doch "spirituellen Touristen" steht das Mandala nicht offen. Um zum "Heiligtum" im Innern zu gelangen, muß man gewillt sein, es zu seinem Zuhause zu machen. Dafür muß man die Absicht entwickeln, mit dem erleuchteten Bewußtsein der Gestalt im Zentrum des Mandalas eins zu werden. Lassen Sie uns nun die Mandala-Struktur ein wenig genauer untersuchen, wobei wir außen beginnen und uns allmählich nach innen vorarbeiten. ...

... Der Eintritt in ein Mandala ist ein Initiationsprozeß, durch den wir eine neuartige Beziehung zu den tief verborgenen Teilen unseres Unbewußten herstellen und zu einem umfassenderen Verständnis der Natur der Welt gelangen können.
Dies ist nicht immer leicht, und oft müssen wir dabei eine Art Prüfung bestehen, einen Test, bei dem wir die Ernsthaftigkeit unserer Absichten unter Beweis stellen müssen. Der Eintritt in das Mandala mag nicht immer leicht sein, doch die spirituellen Schätze, die wir in diesen Reichen entdecken können, belohnen unsere Bemühungen in unermeßlichem Maß. ...

2) GEKREUZTE DONNERKEILE UND DER BUDDHA DER TAT
Nachdem die letzten zarten Strahlen der untergehenden Sonne den Himmel in das Licht der Dämmerung getaucht haben, bricht die Nacht an. Deine Reise durch das Mandala nähert sich dem Ende, und du gelangst im Norden in ein Land grüner Nadelwälder. Es ist dunkel, und du bist von riesigen Bäumen umgeben. Du hörst das Rauschen der Waldes und ferne Schreie. Wenn du nun Angst bekommen und umkehren würdest, würdest du Amoghasiddhi, dem Buddha des nördlichen Reichs, nie begegnen. Sein Name bedeutet "Unfehlbares Gelingen".

Du gehst stundenlang. Über dir hörst du den leisen Flügelschlag der Eulen. Um Mitternacht verläßt du den Wald und trittst auf eine Lichtung. Dort findest du einen Palast, der ganz aus Jade und Smaragden ist. Mit seinen vielen Dächern und Spitztürmen erhebt er sich steil in die Luft empor. Du bist begeistert von diesem wunderschönen Anblick, gehst ein Stück darauf zu und bleibst dann stehen. Auch zu diesem Palast führt ein Tor; es hat die Form eines großen Bogens, der bis zum Äußersten gespannt ist. Doch befindet sich dieses Tor hoch oben in der glatten Mauer. Nur ein Adler könnte durch ein solches Tor in den Palast gelangen.

Während du so da stehst und nicht weißt, was du tun sollst, ist aus dem Innern des Palasts ein riesiger Tumult hörbar, als würden Metallgegenstände in rhythmischer Folge aufeinanderkrachen. Plötzlich hebt sich das bogenförmige Tor, und wie ein von einem Riesen abgeschossener Pfeil fliegt etwas aus dem Palast. Es ist ein Wagen, der von zwei merkwürdigen Gestalten gezogen wird. Zuerst wirken sie wie Adler mit Schwingen und Klauen. Doch dann erkennst du, daß sie menschliche Hände und einen menschlichen Rumpf haben. In ihren Händen halten sie ein Paar riesiger Zimbeln, die sie im Flug gegeneinander schlagen.

Auf dem Wagen sitzt auf einem grünen Lotos ein dunkelgrüner Buddha, der ein purpurfarbenes Gewand trägt. Das von seinem Körper ausgehende Licht läßt die mitternächtliche Szene hell erstrahlen. Seine rechte Hand hält er in einer machtvollen Geste erhoben, welche die Dunkelheit und die nächtlichen Schrecken zu verbannen scheint. In seiner Linken befindet sich ein geheimnisvolles Wahrzeichen: zwei gekreuzte Diamant-Donnerkeile, die in der Mitte miteinander verschmolzen sind.

Scheinbar ohne jede Mühe schwebt die Gestalt über dir. Unterdessen verwandeln sich die riesigen Nadelbäume in einen Wald aus Juwelenbäumen. Ist der grüne Buddha aus seinem Palast heraus oder in ihn hineinflogen? Könnte es sein, daß du, ohne dir darüber im Klaren zu sein, schon immer in seinem Reinen Land gewesen bist?